www.volleyball-sc-potsdam.de: Die Volleyballerinnen des SC Potsdam haben ihre erste Heimpartie nach
spannungsgeladenen 105 effektiven Spielminuten mit 3:1 (25:17, 26:24,
22:25; 28:26) gewonnen. Gegen das
Allgäu Team Sonthofen
bestätigten die Gastgeber nicht nur die steigende Formkurve der letzten
Wochen, sondern bewiesen in einem engen Match auf Augenhöhe zudem
starke Nerven. Mit diesem Sieg vor einem lautstarken Potsdamer Publikum
verteidigt der Sportclub Rang 9 in der Tabelle und reist mit einem
ausgelichenen Punktekonto von 8:8 Zählern zum nächsten Bundesligaspiel
nach Dresden.
Nach einem auf beiden Netzseiten recht nervösen Start gelang es bis
Mitte des 1. Satzes keinem Team, sich nennenswert abzusetzen. Mit
zunehmender Spieldauer fand die Potsdamer Sechs um Zuspielerin Sandra
Sydlik, Diagonalspielerin Laura Weihenmeier, den Außenangreiferinnen
Chantal Laboureur und Anika Zülow sowie den Mittelblockerinnen Ramona
Stucki und Janine Hinderlich zur eigenen Linie. Nach der zweiten
technischen Auszeit beim Stand von 16:11 wurden nur noch sechs weitere
gegnerische Zähler zugelassen, so dass der erste Spielabschnitt souverän
25:17 gewonnen wurde. Maßgeblichen Anteil durfte sich Janine Hinderlich
zuschreiben, die beim Stand von 10:11 an die Grundlinie trat und ihr
Team mit einer Aufschlagserie samt abschließendem Ass mit 18:11 in
Führung brachte.
Im zweiten Satz entwickelte sich das erwartete Spiel auf Augenhöhe. Im
direkten Schlagabtausch überzeugte insbesondere der Potsdamer
Außenangriff, demgegenüber blieb auch Laura Weihenmeier auf der
Diagonalposition gefährlich. Während sich Sonthofen ebenfalls
kämpferisch zeigte und in Kapitänin Lina Meyer wiederholt die
durchschlagendende Anspielstation fand, wurden die Zuschauer Zeugen
eines äußerst knappen Satzverlaufs. Über 7:8, 15:16 und 21:20 ging der
2. Spielabschnitt schlussendlich in die Verlängerung. Nachdem Trainer
Michael Merten seine Spielerinnen beim Stand von 24:24 das letzte Mal
zur Auszeit bat, konnten mithilfe des euphorischen Publikums die
entscheidenden zwei Punkte zum Satzgewinn errungen werden.
Die bayrischen Gäste starteten vom 0:2-Rückstand unbeeindruckt
selbstbewusst in den 3. Satz. Immer wieder waren es Außenangreiferin
Lina Meyer und Mittelblockerin Jana Gogolova, die den Potsdamer Block
und die Abwehr vor Probleme stellten. Beim Stand von 4:7 aus Sicht des
Sportclubs griff Außenangreiferin Patricia Grohmann für Chantal
Laboureur ins Spielgeschehen ein, während Mittelblockerin Ramona Stucki
infolge einer Muskelverletzung in der Wade für den Rest der Partie
passen musste und durch Melanie Iwansky ersetzt wurde. Das Allgäu Team
konzentrierte sich nun sichtlich auf die eigenen Stärken und sammelte
Punkt um Punkt, bis sich die Gastgeber einem 24:18-Rückstand
gegenübersahen. Mit dem Willen, den Satz nicht kampflos zu verlieren,
setzten die Potsdamerinnen ihren Gegner durch ihr wiedererstarktes Spiel
offenkundig noch einmal erfolgreich unter Druck. Beim Stand von 20:24
sowie 22:24 sah sich Gästetrainer Andreas Wilhelm gezwungen, mit
Auszeiten etwas Ruhe in die eigenen Aktionen zu bringen, um den letzten
Punkt sicher auf das Konto seiner Mannschaft zu entführen. Mit seinem
zweiten Timeout gelang ihm dies, kurz bevor auch dieser Satz in der
Verlängerung zu enden drohte. Mit 25:22 konnte Sonthofen den
1:2-Anschluss nach Sätzen wahren.
Von der fast von Erfolg gekrönten Aufholjagd zum Ende des vorherigen
Satzes motiviert, war der SC Potsdam wieder voll im Spiel. Laura
Weihenmeier erntete mit vorausschauendem Block- und cleverem
Angriffsspiel Zähler um Zähler und auch Anika Zülow wusste ein ums
andere Mal eindrucksvoll zu überzeugen. Die gesamte Offensive
profitierte dabei vom sicheren Zuspiel Sandra Sydliks, die auch aus
nicht ganz perfekten Annahmen gute Vorlagen lieferte und im Gegenzug bei
optimalen Bällen damit glänzte, ihre Angreiferinnen nicht nur ein oder
zwei Mal freigespielt zu haben. Trotzdem ergab sich Sonthofen auch in
diesem Spielabschnitt erwartungsgemäß nicht ohne Gegenwehr. Über 16:13
und 21:19 konnte sich der Sportclub zwar eine leichte Führung
herausspielen, diese war allerdings durch ein, zwei unglückliche
Aktionen beim Stand von 24:24 dahin. Auch der folgende Matchball sollte
den Heimsieg noch immer nicht besiegeln. Die Gegnerinnen aus dem Allgäu
glichen nicht nur aus, sondern erspielten sich ihrerseits einen
Satzball. Auf der Gegenseite gelang es Potsdam, nervenstark gleich
zweifach zu kontern, so dass Andreas Wilhelm seine Sonthofenerinnen
angesichts des zweiten Matchballs für den SC beim Stand von 26:27 zum
letzten Timeout zitierte. In diesem Fall half dies allerdings wenig:
Unter begeistertem Jubel der vollen Ränge in der "Heinrich-Mann-Arena"
verwandelte der SC Potsdam seinen Matchball zum 28:26 und besiegelte den
vierten Saisonsieg in der Bundesliga.
In der anschließenden Pressekonkerenz wählte Potsdams Headcoach Michael
Merten Sonthofens Kapitänin Lina Meyer zur wertvollsten Spielerin ihres
Teams. Auf Seiten der Gastgeberinnen durfte sich
Laura Weihenmeier
über die MVP-Auszeichnung durch Gästetrainer Andreas Wilhelm freuen.
Beide Akteurinnen steuerten je 20 Ballpunkte für ihre Mannschaft bei.
Cheftrainer Merten konnte die Erleichterung auf Potsdamer Seite
nach dem Abpfiff nicht verbergen: "Wir haben heute ein ausgeglichenes
und in Teilen dramatisches Spiel erlebt. Dem Publikum kann ich nur mein
Lob und unseren Dank aussprechen. Die Stimmung auf den Rängen hat uns
über so manch brenzligen Moment hinweg - und letztendlich zum Sieg
getragen. An einigen Stellen haben wir es wieder einmal spannender
gemacht, als es hätte ausgehen müssen. Es war ein hartes Stück Arbeit,
Sonthofen zu besiegen. Unsere Ausgangslage vor der Partie und der
darauffolgende Spielverlauf machen es deutlich: Dieser Sieg ist
unglaublich wichtig für uns. Wir haben nun nicht nur unser Punktekonto
ausgeglichen, sondern konnten auch neues Selbstbewusstsein tanken. Das
gibt uns Auftrieb für die kommenden großen Herausforderungen."
Co-Trainer Volker Knedel stimmte ähnliche Töne an: "Dass der
Teamgeist in der Mannschaft stimmt, wussten wir vor der Partie. Wichtig
war, den absoluten Willen zum Sieg nicht in Verkrampfung umschlagen zu
lassen. In der einen oder anderen Situation haben wir nicht so souverän
gehandelt, wie wir es eigentlich drauf gehabt hätten. Aber das macht ja
den Charakter und die Leidenschaft solcher Spiele, in denen man sich
jeden Punkt hart erkämpfen muss, auch aus. So ein enger Spielverlauf
zehrt an den Nerven, Fehler passieren. Trotz des nicht gerade geringen
Drucks unter dem die Mannschaft stand, haben wir heute die tatsächlich
ausschlaggebenden Ballwechsel für uns entschieden. Darauf können die
Spielerinnen stolz sein. Dieser Sieg wurde einmal mehr über unsere
mannschaftliche Geschlossenheit eingefahren."